TEXTE 2009

deutsch     english text below 


Textauszug aus dem Ausstellungskatalog "Blue Baby - Arbeiten von Wolfgang Auer"

Text von:

Dr. Alice Arnold-Becker

Leiterin des Museums im Wittelsbacher Schloss Friedberg

 

BLUE BABY

 

Viermal Blue Baby – Zur Ausstellung

 

Ende 2008 lernte ich den Friedberger Künstler Wolfgang Auer kennen. Zwar hatte ich zuvor bereits von seinen Arbeiten gehört, auch davon, dass er eine riesige Babyplastik geschaffen hatte. Bis dato hatte ich aber keine konkrete Vorstellung von diesem Werk. Das sollte sich schnell ändern, und es stellte sich heraus, dass es sich nicht nur um eine, sondern gar um drei weit überlebensgroße, blaue Babyplastiken handelte. Eine weitere war im Entstehen.

 

Ich spürte, dass sich hier ein spannendes Ausstellungsprojekt herauskristallisieren würde. Die Dimensionen dieser vorwiegend aus Polyester und Textil gearbeiteten Babys sind enorm – selbst in krabbelnder bzw. sitzender Position übersteigen sie mit einer Höhe von 2,50 m bis 2,80 m die Körpergröße eines erwachsenen Nordeuropäers bei Weitem. Zugleich rief die Kombination von blauer Hautfarbe und munterem Blick dieser in weiße Riesenstrampelanzüge gekleideten Gestalten bei mir Irritation hervor und weckte meine Neugierde.

 

Schließlich war der Plan gefasst, erstmals alle vier Riesenbabys in einer Ausstellung zu zeigen:

Von den vier Babys sind zwei – die krabbelnden „Blue Babys“ – sehr ähnlich gearbeitet: die erste Plastik ist von tiefblauer opaker Farbigkeit und für die Aufstellung im Freien konzipiert, die zweite Plastik schimmert je nach Lichteinfall in verschiedenen Blautönen, ist zerlegbar und mit ihrem aus Textil gearbeiteten Strampelanzug für den Innenraum vorgesehen. Das dritte Baby, „Blue Baby, have a break“, sitzt auf seinen Beinen und hat die Hände vorne aufgestützt. Nummer vier im Quartett ist „Blue Baby’s perspective“: ein auf allen Vieren stehendes, kopfüber zwischen seinen Armen neugierig durchlinsendes Baby.

 

Neben den großen Arbeiten wird in der Ausstellung auch ihr Entstehungsprozess veranschaulicht – anhand von ausgewählten Skizzen und Modellen sowie den drei so genannten „Little Blue Babys“, lebensgroßen Babyplastiken, die einerseits als Modelle für die großen Arbeiten fungierten, andererseits eigenständige Werke darstellen.

 

Erste Ideen zu seinen Arbeiten hielt der Künstler in drei Skizzenbüchern fest. Diese Skizzen – vielfach bestechen sie durch ihre ungeheure Lebendigkeit, Dynamik und Humor – sind mit lockerem Duktus, zum Teil mit Leuchtstiften, ausgeführt. Im folgenden Arbeitsgang griff Wolfgang Auer immer wieder zu Papier und Bleistift. Um sich der Dreidimensionalität der Riesenplastiken zu nähern, ...

 

 

 

The director of the museum in Friedberg Castle Dr. Alice Arnold-Becker is talking about Wolfgang Auer’s exibition BLUE BABY taking place there from October 2_nd 2009 until January 10th 2010.

 

Before meeting the artist Wolfgang Auer from Friedberg at the end of 2008 I knew about his work, in particular his giant sculpture of a baby, only from hearsay. At this point I could not imagine what his oeuvre looked like, but I was surprised to learn that there were three blue  sculptures of babies by far above life-size and that he was working on another one.

 

In my mind these exhibits could be involved in an exciting project. I was impressed by the enormous dimensions of these babies made of polyester and fabric most  of all. With a height of 2,50m to 2,80m they are much bigger than average North European adults despite the fact that they are only crawling or sitting. At the same time I was fascinated and slightly irritated by the blue skin and the lively looks of these figures dressed in giant white jumpsuits and arousing my curiosity.

 

Eventually I decided to present all these four giant babies in an exhibition. Two of these four babies, the crawling ones, resemble each other a lot. The first sculpture with its deep blue opaque colour was designed to be exhibited in the open air, whereas the second sculpture that reflects light in different blue oscillating tints and that can be taken apart was conceived to be presented indoors because of its textile jumpsuit. The third schulpture entitled „Blue Baby, have a break“ is sitting on its legs and is supported by its hands placed in front of it. The fourth sculpture „Blue Baby’s perspective“ is a baby standing on its feet and hands and peeping full of curiosity head over heels between its arms.

 

A selection of sketches and models is also presented to exemplify how these big sculptures were created, and visitors can look at three life-size sculptures entitled „Little Blue Baby“ that served as models and were created independently as well. .....