TEXTE 2011

deutsch    


Textauszug aus dem Ausstellungskatalog "Back to the Roots"

Text von:

Gerhard Charles Rump

 

 

Der Wille zum Werk

 

Zu den bildhauerischen Arbeiten von Wolfgang Auer

 

Es gibt, allgemein gesprochen, zwei Typen von künstlerischen Œuvres: Das einheitliche, homogene, und das vielfältige, das heterogene. Künstler wie Henry Moore etwa haben ein einheitliches Werk hinterlassen, wo man im Frühwerk in der Nachschau schon das Spätwerk präfiguriert sieht. Andere, etwa Gerhard Richter, gehen ganz anders vor: Sogar parallel zueinander entstehen, zumindest phänotypisch, von der Erscheinungsweise her, völlig unterschiedliche Arbeiten. Man darf dabei den Fehler nicht machen, das als Wertung einzusetzen. Beide Arten von Œuvres sind prinzipiell gleichwertig.

 

 

 

Wolfgang Auer gehört zu den Künstlern, die unterschiedliche Schaffensweisen gleichzeitig betreiben. Ihr Impetus, ihr ablesbarer gestalterischer Wille (durchaus im Sinne von Alois Riegl und seinem Kunstwollen) kommt aus dem Innersten als ästhetisch-kommunikatives Bedürfnis, und dieses erstreckt sich auf die Platzierung des Werks in einem größeren Kontext, der Umgebung, der Geschichte. Schließlich enthält jedes Kunstwerk eine Weltsicht. ....