TEXTE 2013

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Textauszug aus dem Ausstellungskatalog "different levels"

Text von:

Gerhard Charles Rump

 

Vom Glanz der Idee

 

Bemerkungen zum plastischen Werk von Wolfgang Auer

 

Der Künstler, der ein Bildwerk aus Bronze schafft, arbeitet in aller Regel gar nicht in respektive mit seinem Material. Er arbeitet in Wachs, in Gips, in Ton oder Holz. Bronze ist eigentlich, wenn man so will, kein künstlerisches Material. Das ist ein sehr puristisches Argument, dass so auch nicht stehen gelassen werden kann, da der Bildhauer, der in Gips oder Holz Formen schafft, ja nicht immer eine Gipsplastik oder Holzskulptur als Ziel vor Augen hat, sondern eben eine Bronze. So ist es auch bei Wolfgang Auer.

 

Das hat Konsequenzen für das Schaffen, denn die spezifischen technischen Bedingungen eines Bronzegusses und die Ästhetik des Materials, die eine ganz andere ist als die des Gipses oder Holzes, fließen in die Arbeit ein. Man darf also getrost weiterhin von Bronze als künstlerischem Material reden. Das klassische „aere perennius“, das dem Wort längere Wirkmacht zuschrieb als der Bronze, benutzte ja immerhin die Dauerhaftigkeit der Bronze als Vergleichsstandard. Und darum geht es bei der Bronze immer auch: um den Ewigkeitsaspekt. Auch wenn wir spätestens seit Percy Bysshe Shelleys „Ozymandias“ wissen, dass solches ein sinnloses Unterfangen ist, selbst wenn in Stein gehauen wird. Das wiederum kümmert Künstler wenig, sie haben eine Art „relativen“ Ewigkeitsbegriff, der übersetzt einfach „sehr lange“ bedeutet. Und dennoch schwingt immer auch Unbegrenztheit mit, was Begriffe wie Spinozas „sub specie aeternitatis“ (unter Ewigkeitsaspekten) ansprechen.

 

Mehr Aufmerksamkeit verdient die Tatsache, dass die Idee erst einmal über dem Material steht. Denn die künstlerische Idee einer menschlichen Figur etwa, ...

 

 

 

 

The Splendor of the Idea

Remarks on the sculptures by Wolfgang Auer

 

By Gerhard Charles Rump

 

The artist creating a sculpture in bronze will hardly ever work with or in his material. Rather he will use wax, plaster, clay or wood. Bronze may be considered not to be an original artists’ material. This a purist argument which cannot stand, as the sculptor creating forms in plaster or wood doesn’t necessarily have a plaster or wood sculpture in mind, he may want to create a bronze. This is also true for the works of Wolfgang Auer.

 

This is consequential for the creation, as the specifically technical conditions of a bronze cast and the aesthetics of the material, being totally different from plaster or wood, will all bleed into it. So we may very well continue to speak of bronze as an artistic material. The classical “aere perennius”, ascribing a longer stretch of power to the word than to bronze, at least made use of the metal’s image of durability for the comparison. And that is what it is always also about with bronze: the aspect of eternity. We know since Percy Bysshe Shelley’s “Ozymandias” that this is futile, even when sculpting in stone. Artists may shrug at this, having a “relative” notion of eternity, which simply translates “for a very long time”. Yet there is always a touch of the unbounded, referred to in phrases like Spinoza’s “sub specie aeternitatis” (under the aspect of eternity).

 

It is even more important .....